Musik der Empfindsamkeit in der Liebfrauenkirche

Vor rund 250 Jahren reichte es immer mehr Komponisten und Musikern: Die strenge, oft wie nach dem Lehrbuch komponierte Musik des Barocks sprach sie immer weniger an. Sie wollten in ihren Werken die bislang geringgeschätzten menschlichen Gefühle zum Ausdruck bringen. Diese Strömung, die sich auch in vielen anderen Künsten niederschlug, bekam bald den Namen „Empfindsamkeit“. Die Musik der Empfindsamkeit steht am Samstag, 16. Juni, 18 Uhr, in der Liebfrauenkirche in Hadamar im Blickpunkt. Zum ersten Liebfrauenkonzert der Spielzeit 2018 hat die Kulturvereinigung Hadamar das Ensemble Concert Royal Köln zu Gast. Erneut bietet das Hotel Nassau-Oranien begleitend ein auf das Konzert abgestimmtes Menü an. Das Konzert ist Teil des Veranstaltungsverbunds Kultursommer Mittelhessen 2018.

Die Formation, die immer wieder in wechselnden Zusammensetzungen auftritt, wird in Hadamar mit seiner Gründerin, der Oboistin Karla Schröter, und an der Orgel mit Willi Kronenberg vertreten sein. Concert Royal Klon hat sich dem Musizieren mit historischen Instrumenten verschrieben und bringt auf Grundlage eigener Forschungstätigkeit immer wieder heute weitgehend vergessene Werke und Komponisten zur Aufführung. In Hadamar stehen die drei Trios oder Sonaten für Oboe und obligate Orgel von Johann Wilhelm Hertel im Mittelpunkt, dem in Deutschland wichtigsten Vertreter des empfindsamen Stils. Breiten Raum nimmt auch die Musikerfamilie Bach ein. Allerdings weitet Concert Royal Köln bewusst den Blickwinkel. Neben Werken von Johann Sebastian, Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach findet auch ihr weiter und heute zum Teil in Vergessenheit geratener Schülerkreis Beachtung. So werden das Choralvorspiel „O Gott, du frommer Gott Vater unser im Himmelreich“ von Gottfried August Homilius, einem Schüler Johann Sebastian Bachs, zu hören sein, und „Nun danket alle Gott“ von Christian Gotthilf Tag, der wiederum ein Schüler von Homilius war. „Jesus, meine Zuversicht“ des 1803 geborenen Adolph Heinrich Sponholtz weist bereits aus der Epoche der Empfindsamkeit hinaus. Und schließlich wird mit der Andante F-Dur KV 616 für Orgel ein Werk Mozarts zu hören sein, das dieser eigens für die seinerzeit populären mechanischen Instrumente schuf.

Karla Schröter studierte zunächst Orgel und Cembalo in Freiburg, Stuttgart und Amsterdam (Ton Koopman). Danach legte sie ihren Schwerpunkt auf das Spiel historischer Oboen-Instrumente. Mit Concert Royal Köln spielt sie in Kammermusik- und Orchesterformationen in ganz Deutschland und dem europäischen Ausland. Willi Kronenberg studierte Orgel und Kirchenmusik in Köln und Stuttgart. Seine Ausbildung als Cembalist vervollständigte er in Freiburg bei Robert Hill und in Amsterdam bei dem Organisten Ewald Kooiman. Seit 2008 setzt er einen Schwerpunkt seiner Arbeit im Duo mit Karla Schröter bei Concert Royal Köln. In dieser Besetzung spielte er inzwischen weit über 100 Konzerte an historischen Orgeln des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf für 13 Euro bei Schreibwaren Dutell und in der Buchhandlung Hämmerer in Hadamar, bei AH Tischwäsche Stick & mehr in Niederhadamar, bei „Buch & Tee“ in Elz und bei FC Factory Clothing in Limburg. An der Abendkasse in der Liebfrauenkirche kostet der Eintritt 15 Euro.

Das Konzert-Menü wird im Anschluss an den musikalischen Teil im Hotel Nassau-Oranien serviert. Es ist nicht im Eintritt zum Konzert enthalten und muss gesondert im Hotel gebucht werden. Unter 06433/9190 sind Vorbestellungen möglich, auf die das Hotel einen Preisnachlass gewährt. Die Speisekarte kann im Hotel erfragt werden.